Liebe Förderer und Freunde von Back to Life e.V.,
auch dieses Mal freuen wir uns, Ihnen von den neuesten Entwicklungen zu berichten:
Goahead Kids Home
Stella kam letzte Woche aus Indien zurück und schwärmte von dem guten Zustand des "goahead Kids Home". Die Kinder sind glücklich und es geht ihnen sichtbar gut, der Garten blüht und auch der Kräutergarten wächst und gedeiht (u. a. findet sich dort Basilikum, Rucola, Karotten…). Das Team der Angestellten arbeitet reibungslos und harmonisch.
Doch die schönste Nachricht betrifft unseren „Familienzuwachs“, von dem Stella berichtete:
Arun (13 Jahre alt) ist nach fast einem Jahr ins „goahead Kids Home“ zurückgekehrt. Er musste damals unser Heim verlassen, da er für seinen Opa Gemüse am Straßenrand verkaufen sollte. Endlich konnte Stella nun den Großvater überzeugen, dass Arun von jetzt an dauerhaft im Kids Home leben und die Schule bis zum Abschluss besuchen darf. Da Arun für lange Zeit gezwungen war, auf der Straße zu leben, unterzogen wir ihn einem Tuberkulose- und HIV-Test. Beide sind negativ. Arun ist sehr glücklich über seine Rückkehr, wir ebenso.
Dann nahmen wir noch ein kleines Mädchen neu im Kinderheim auf: Sangeeta (ca. 6 Jahre), die Schwester von Santosh, hat einen Platz bei uns bekommen. Die Geschwister sind in einer Leprakolonie außerhalb von Benares aufgewachsen - ohne jegliche Perspektive oder Zukunft. Santosh lebt bereits seit 2003 in unserem Heim, hat viele Freunde gefunden und nimmt begeistert an den sportlichen Aktivitäten teil. Als die Eltern uns jetzt Sangeeta brachten, ließen wir sie vor Aufnahme ins Heim auf Tuberkulose und HIV testen. Sie ist TB positiv getestet, doch ist es nicht infektiös, das heißt, für die anderen Kinder besteht keine Gefahr der Ansteckung. Unser Arzt betreut Sangeeta. In den ersten Tagen weinte das Mädchen viel, weil sie außer ihrem Bruder niemanden im Kinderheim kannte, doch bereits nach einer Woche begann sie, sich heimisch zu fühlen und nimmt nun auch freudig am Kathak-Tanzunterricht und anderen Aktivitäten teil
Santoshs und Sangeetas Vater haben wir gleich mittesten lassen, er ist an Tuberkulose erkrankt und bekommt von uns die notwendigen Medikamente für seine Therapie.
Weiterhin übernehmen wir die Kosten für die Medikamente von Amit, Aatishs und Adithyas Mutter, sie leidet unter Knochen-TB. Das ist leider nicht heilbar, Medikamente können jedoch ihr Leben verlängern.
Ferner gab es noch „Familienzuwachs“ der besonderen Art: Seit Juni toben zwei sandfarbene Hundewelpen durchs Kinderheim, angeblich sind es indisch-deutsche Schäferhunde, davon kann man zwar selbst bei längerem Hinschauen kaum Spuren entdecken, doch sie werden mit großem Stolz allen als ‚Schäferhunde’ vorgestellt. Sie sind mittlerweile 6 Monate alt und „bringen zusätzlich mächtig Leben in die Bude“, wie Senay es ausdrückt. Die Jungen und Mädchen freuen sich sehr über die kleinen Hunde.
One Drop of Hope
Wir können Ihnen voller Freude berichten, dass wir im November das neue Kinderheim starten werden, die betreffenden Kinder wissen bereits Bescheid und manche können es kaum abwarten vor Vorfreude. Die Vorbereitungen für das neue Heim laufen schon auf Hochtouren:
Die Grundstücksverhandlungen konkretisieren sich immer mehr, es stehen ideal passende Grundstücke zur Auswahl und wir hoffen, voraussichtlich bis Ende des Jahres einen bindenden Vorvertrag abschließen zu können. Der Neubau der Gebäude kann bis zu einem Jahr dauern.
Deshalb haben wir für diese Übergangszeit ein Haus als Kinderheim für die neuen Kinder angemietet. Dieses liegt sehr günstig - nur drei Gehminuten von unserem ersten Kinderheim (‚goahead Kids Home’) entfernt. Auf zwei Etagen befinden sich 8 Zimmer und 2 Gemeinschaftsräume. In der oberen Etage bauen wir weitere Toiletten und Duschen ein, da die im Erdgeschoss gelegenen sanitären Anlagen für so viele Kinder nicht ausreichen werden. Weil das Obergeschoss noch nie bewohnt war, müssen wir außerdem den Fußboden sowie Fenster und Türen einsetzen. Die Arbeiten sind bereits im Gange und werden Anfang November abgeschlossen sein.
Die Auswahl der Kinder hat Stella bereits getroffen, es sind momentan 40 Jungen und Mädchen im Alter von 3-12 Jahren, Halbwaisen und Waisen, Kinder von der Straße, doch die meisten sind Kinder von Leprabetroffenen, sie kommen aus Leprakolonien oder sind Kinder ehemaliger Leprapatienten aus ihren Dörfern.
Im November wird Stella den Einzug der Kinder in ihr neues Zuhause organisieren. Ihnen steht eine sehr aufregende Zeit bevor. Die meisten Kinder werden zum ersten Mal in einem Haus leben, in Betten schlafen und sich duschen, statt im Fluss zu baden. Wie wird es sein mit so vielen neuen Familienmitgliedern zusammenzuleben? Wie schnell wird sich eine Gemeinschaft bilden?
Zuerst werden die Kinder von den mit uns zusammenarbeitenden Ärzten genau und weitreichend untersucht, auf diverse Krankheiten sowie Tuberkulose und HIV getestet und sofern nötig, werden wir umgehende Behandlungen einleiten. Ferner erhalten sie über die Zeit alle notwendigen Schutzimpfungen von Tetanus, Polio bis hin zu Hepatitis. Viele Kinder leiden unter Mangelernährung und müssen zu Kräften kommen.
Da viele Jungen und Mädchen noch nie eine Schule besucht haben, werden wir zuerst Lerngruppen bilden und sie spielerisch an das Lernen für die Schule heranführen. Was bedeutet es, zur Schule zu gehen und zu lernen? Die meisten Kinder haben noch nie ein Bild gemalt, weil sie während ihres Straßenlebens nicht die Gelegenheit dazu hatten. Sie besaßen keine Stifte und auch kein Papier. Unsere Zielsetzung ist, sie zum neuen Schuljahr 2008/09 im Mai in die Vorschule einzuschulen.
Personell sind wir auf das „one drop of hope“-Kids Home vorbereitet. Unsere neue Mitarbeiterin Sabine (Dipl. Sozialpädagogin aus Österreich) ist seit Ende September vor Ort und wird im ‚goahead Kinderheim’ von Senay (Dipl. Sozialpädagogin aus Deutschland, bereits über ein Jahr im Kinderheim tätig) auf ihre Aufgaben im neuen Heim vorbereitet. Ferner werden besonders bewährte Mitarbeiter des ersten Heims in das neue Kinderheim wechseln, um die neuen Angestellten einzuarbeiten. Alle freuen sich auf diese erneute gemeinsame Herausforderung, jeder ist bereit, seine gesamte Erfahrung, Ideen und seinen Einsatz zu geben.Wir halten Sie über die Entwicklung nach dem Einzug selbstverständlich auf dem Laufenden. Bilder der Kinder finden Sie in Kürze auf unserer Homepage www.back-to-life.com.
Weitere Unterstützung
Gerne möchten wir Ihnen auch Manoj vorstellen. Er stammt aus der mit uns befreundeten Leprakolonie Sankat Mocan und ist Halbwaise. Es gelang ihm unter schwierigen Umständen, das Hindi-Abitur zu bestehen und wollte dann den ihm versprochenen Studienplatz für Mitglieder der unteren Kasten antreten, um festzustellen, dass man ihn unter vorgeschobenen administrativen Gründen ausgebootet hatte. Letztlich fehlte ihm ein starker Sponsor. Stella kennt Manoj schon seit einiger Zeit und bewundert seine offene Art und Zielstrebigkeit. Wir möchten ihn gerne von nun an bis zum Ende seiner Ausbildung unterstützen. Da er schon fast 18 Jahre alt ist, ist eine Unterbringung bei uns im Kinderheim nicht notwendig. Jedoch möchten wir für ihn die Studiengebühren, den Lebensunterhalt, Kleidung und seine medizinische Grundversorgung übernehmen. Da er nun seinen Platz an der Universität erst in einem Jahr antreten kann, möchte er bis dahin einen Computerkurs belegen und dann mit unserem Ältesten Rahul „Comerce“ (Wirtschaft) studieren.
Herzliche Grüße
Wolf Deetjen
Stellv. Vorsitzender
Back to Life e.V.
Wallstraße 29a
61348 Bad Homburg v.d.H.
tel/fax: 06172 - 662 69 97
www.back-to-life.com
Wir freuen uns sehr, daß Stella Deetjen für ihren Einsatz für die Kinder des goahead Kids Projekts und für die Leprakranken in Varanasi (Benares) mit dem Women World Award 2006 ausgezeichnet wurde!
Den Preis konnte Sie am 14. Oktober 2006 in New York von Michail Gorbatschow entgegennehmen.
Unter den Preisträgern des Awards sind unter anderem Königin Noor von Jordanien, die Schauspielerinnen Susan Sarandon, Whoopi Goldberg und Sharon Stone sowie das deutsche Topmodel Claudia Schiffer.
Eine große Verbundenheit mit Indien und den Menschen dort hat uns, Elke Allenstein & Jens Pöhnisch, die Gründer von MEWAR Indische Naturprodukte, dazu bewogen, von jedem verkauften Produkt 10 Cent an den gemeinnützigen Verein Back to Life e.v. zu spenden.
Der Verein arbeitet seit 1996 in Benares (Varanasi) und ermöglicht Leprakranken und ihren Kindern eine neue Lebenschance durch Hilfe zur Selbsthilfe. Beispielsweise das aktuelle Projekt „goahead Kids“ - ein neueröffnetes Kinderheim, das leprakranken Kindern, Straßenkindern und Waisen ein Zuhause gibt, eröffnet die Perspektive, sich vom Überlebenskampf der Straße zu lösen und durch Schul- und Ausbildung ein würdevolles selbstbestimmtes Leben zu schaffen.
